„Wenn Lehrer nerven – was Eltern tun können“

Die Soziologin Rosa Jiménez-Claussen hat als Mutter, Lehrerin und Elternvertreterin einen viel-perspektivischen Ratgeber geschrieben. Lest selbst, was sie zum Buch motiviert hat und welche Ideen sie für einen entspannteren Umgang mit Schule entwickelt …

Birgit:

Über Dein Buch „Wenn Lehrer nerven – was Eltern tun können“ werden sich sicher viele Eltern freuen. Endlich gibt es einen Ratgeber für alle Mütter und Väter, die ihre Kinder in ihrer Schullaufbahn unterstützten wollen. Wie bist Du auf dieses Thema gekommen?

Rosa:

Mich haben die Lehrerinnen und Lehrer meiner Kinder häufig genervt. Als ich dann in Bremen an derselben Schule, an der mein ältester Sohn zur Schule ging, mein Referendariat begonnen habe, konnte ich schnell viele Abläufe und Missverständnisse zwischen Eltern und Lehrkräften verstehen. Dann merkte ich, dass uns Eltern vieles, was in der Schule passiert, nicht erklärt wird. Viele Missverständnisse ließen sich vermeiden, wenn man Eltern die vorhandenen Strukturen besser erläutern würde … Weiterlesen

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Eine alte Buchbekanntschaft

Heute morgen muss ich über eine bereichernde Buchbekanntschaft schreiben. Eine alte Bekanntschaft, denn vor Jahren habe ich „Das zweite Leben des Herrn Roos“ von Hakan Nesser bereits einmal gelesen und genossen. Eben habe ich das Hörbuch das zweite Mal gehört und war wieder war bis zum letzten Satz gefangen.

In dem Buch geht es Ante Valdemar Roos und um Urteile, die wir treffen, die jeder Mensch trifft, um sich in der Welt zu orientieren, und die oft nichts mit der Wahrheit anderer Menschen zu tun haben. Mehr

Glücklich in sechs Minuten am Tag?

Der Trend setzt sich fort: Journal schreiben ist in. Zuletzt hat vor allem das kreative Tagebuchschreiben Anhängerinnen gewonnen: In sogenannten Bullet Journals soll es uns gelingen, Ziele zu verwirklichen, Tage zu managen und Erlebnisse fest zu halten.
Jetzt gibt es eine weitere Anleitung zum Journal-Schreiben auf dem Buchmarkt. Das 6-Minuten-Tagebuch von Dominik Spenst, das angeblich glücklich macht. Zweifel sind erlaubt – habe ich mir gesagt und es trotzdem gekauft. Weiter lesen

Glück ist eine Insel

Dieser Satz ist der Titel eines Films. Worum es darin geht, weiß ich leider nicht. Was ich dagegen weiß ist: Er stimmt. Und weil er sich dieses Wochenende für mich wunderbarerweise bewahrheitet hat, muss er nun als Blog-Titel herhalten, geklaut hin oder her.

Bevor ihr weiterlest, muss ich eines klarstellen: Es geht nicht um das Welt-bewegende-für immer-und-ewig-Glück;
es geht auch nicht um das machbare Glück, das wir positiv herbei denken, meditieren oder mit Dankbarkeit einladen können.
Es geht vielmehr um das kleine geschenkte Glück an Orten oder mit Menschen, die uns guttun. Und die sich einfach so in unser Leben drängeln. Zum Glück.

Eine Begegnung mit diesem Glück war noch am Donnerstag morgen keinesfalls absehbar gewesen. Mehr lesen

Monikas Garten

Frau Kröti kam nicht vorbei.

Vergeblich wartete ich auf sie, ein über dreißigjähriges massives Exemplar der stolzen Gattung Schildkröte, das meiner Freundin Monika und ihrem Mann Walter gehört. Monika und Walter wohnen in einem Vorort von Linz, mit Terasse zum Garten, in dem Frau Kröti zwei Landhäuser besitzt, das heißt regensichere Kisten und Kästen, die Monika und Walter liebevoll ausgestattet haben. Das eine Häuschen musste Frau Kröti allerdings zwischenzeitlich aufgeben, weil eine Igel-Familie dort eingezogen war. …. Hier geht es weiter.

Schutzkreis

Es gibt eine Schreibmethode aus den USA mit einem unaussprechlichen Namen (Propriozeptive Writing), die ich im Deutschen Selbsthören genannt habe. In der geht es darum, der eigenen Stimme zu lauschen und aufzuschreiben, was wir hören. 25 Minuten lang, mit Kerze an, zu Barockmusik (warum, wieso, weshalb ist bei Linda Trichter-Metcalf und Toby Simon nachzulesen – oder in Schreiben zur Selbsthilfe). Auf jeden Fall habe ich bei diesem Schreiben innere Wesen entdeckt, Anteile von mir, die nicht laut sind und die ich nicht höre, wenn ich in der Welt stehe und mich behaupte oder gerade mal wieder einen Schutzkreis ziehe.
Ich bin so dankbar, diese Wesen im Inneren gefunden zu haben, sie bewahren jugendliche Anteile, Kreativität, Verspieltheit, Keckheit. Mein Schutzkreis hat gewirkt, ohne dass ich es wusste. Jetzt, da ich diese Anteile kenne, spreche ich mit ihnen, heute morgen zuletzt, und sie geben mir Tipps oder weisen mich zurecht. Ich kann ihre Meinungen gut annehmen. Sie sind ja meine eigenen und die helfen mir in der Welt da draußen.
Langer Rede kurzer Sinn: Es lohnt sich zu schauen, was wir schon geschützt haben und was überlebt hat – unbemerkt von uns. was uns ausmacht und lebendig hält. Vielleicht findet Ihr Eure Stimme und leisere Anteile, wenn Ihr meine Schreibeinladung für heute annehmt:

25 Minuten Selbsthören: Kerze an, Vivaldi streamen und nach innen lauschen. Dann losschreiben. Immer wieder die eigenen interessanten Sätze hinterfragen: Was meine ich mit …? So kommen wir uns immer mehr auf die Spur.
Nach 25 Minuten Musik aus, ein Fazit ziehen: Was war mein Thema? Was habe ich noch nicht gesagt? Worüber will ich das nächste Mal weiter schreiben? Wie geht es mir nun?
Kerze löschen und ganz bei sich sein.

Danke an Friederike Hermanni für Ihre feine Lyrik und die Anregung.

lyricfactory

Manchmal bin ich schutzlos
dem Eingriff von außen ausgeliefert
da können sie bei mir einmarschieren
die Grenzpfähle achtlos niederreißen
mich zur Beute nehmen
sich an mir weiden

So ist es
wenn ich nicht achtgebe
wenn ich meine Mauern nicht bewache
wenn ich meine Zäune nicht elektrisiere

Es ist meine Verantwortung
Es ist mein Schutzkreis

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