Café Famoos

Insel-Gefühle
Bloggerin Friederike Hermanni schreibt hier vom Besuch im verwunschenen Café Famoos auf Wangerooge. Die Sonnencreme hatte sie vielleicht nicht nötig, aber die Teilnehmer des achten Schreibworkshops „Zeit für die eigene Geschichte“ schon. Drei Tage sonnige Blicke auf Meer und Strand – Eintauchen in die eigene Geschichte – Prägende Erinnerungen aufschreiben – Sich selbst entdecken – Von anderen Menschen gehört werden – Texte schreiben, die bleiben – Für uns und andere.
Die berührenden, komischen aber auch aufwühlenden Geschichten, die wir formulierten und hörten, arbeiten noch in uns – sie dürfen zu einem guten Ende kommen, dank unserer biografischen Schreibarbeit.
Ja, manchmal kommt es anders, da werden die Dinge schön, fast ganz von allein. Liebe Grüße
Birgit

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Das Gasthaus hat einen Garten,
dort fällt der Schatten
von Birnbaum und Hortensien.
Die Sonne scheint zu mir,
dass ich froh werde
über diesen Septembertag,
der warm ist auf der Haut,
obwohl ich die Creme
im Badezimmer vergessen habe.
Ich war auf Regen eingestellt,
manchmal kommt es anders,
da werden die Dinge schön,
ganz von allein und
ein Vogelgezwitscher auch noch.

Die Salzwiesen müssen gucken,
wie sie zurechtkommen.

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Verstreut

Am Sonntag vor einer Woche war das Handy weg. Verschwunden. Das Diensthandy, mit allen Adressen, Telefonnummern, den Terminen, Apps, Gimmicks und Weckereinstellungen, die mein Mann so zum Leben braucht. Katastrophe. Auch nach zwei Stunden Suche: Handy unauffindbar. Der Schuldige ist dagegen schnell ausgemacht. Unser Sohn. Er hat schon zwei I-Pads auf dem Gewissen, weil Apple-Geräte Stürze vom Hochbett einfach schlecht wegstecken. Blöde Sache das.

Sehr blöd. So fühlte ich mich auch, als mein Sohn und ich nach drei Stunden weinend in der Küche saßen und ich zerknirscht Abbitte leistete.

Blöd. So fühlte ich mich, weil ich es gewesen war, die das Handy verbaselt hatte – gegen alle Gewohnheiten und gegen meine prinzipielle Überzeugung, die ich den anderen gern predige: „Leg die Sachen dahin, wo sie hingehören“. Ich hatte diesmal das Handy nicht auf den Tisch, sondern – in aller Eile nach einem Telefonat in der Küche – auf den Standmixer gelegt. Fragt mich nicht, warum. Der Standmixer hat einen schwarzen Deckel so wie das Handy, das dazu halb in den Mixer mit seinen scharfen drohenden Klingen hineingerutscht war. Darum hatten wir es auch bei der vierten Runde Suchen in der Küche nicht gesehen. Blöd, aber das sagte ich bereits.

Ein Tag später auf dem Weg ins Bad zum Kinderduschen. Ich: Machst Du schon mal Salat? Nach drei Minuten, mein Mann: Wo ist der denn? Ich: Im Kühlschrank. Er: Nein, da ist er nicht. Ich: Da war er vorhin aber noch.

Ich hatte recht, wie ich am nächsten Tag feststellte, als es Fischstäbchen geben sollte und ich den Salat kunstgerecht eingefroren im Tiefkühlfach fand. Von mir eingefroren. Wirklich blöd, dachte ich.

 Und das dachten auch eine Freundin, zwei gute Bekannte und die Patentante meines Sohnes, weil ich die jeweiligen Verabredungen durcheinander gebracht hatte. So durcheinander, dass ich das nicht in vernünftiger Textlänge schildern kann. Nur soviel: Die Patentante stand vor der Tür, um Max zum vor Monaten verabredeten Ausflug abzuholen und der Junge war nicht da. Blöd? Das ist gar kein Ausdruck.

Ich will Euch nicht weiter langweilen. Heute ist mir bislang nur die Orangenmarmelade (die ich als Kuchenglasur benutzen wollte) beim Erhitzen in der Mikrowelle explodiert, die nun wiederum aussieht wie, ich weiß nicht … Blöd irgendwie.

 „Ich bin ein bisschen verstreut“, habe ich gestern einsichtig zu meinem (mich trotzdem liebenden Mann) gesagt und er hat gelacht. Glück gehabt.

Manchmal…

Ein weiteres Mal stimme ich der Schreiberin des Blogs „selbstversunkenheit“ aus vollem Herzen zu. Für alle, die sich fragen, was ich so tue, wenn ich nicht blogge: Ich beende gerade das Manuskript für „Schreiben zur Selbsthilfe“, ein Ratgeberbuch mit vielen Anregungen und Erklärungen, wie Schreiben glücklicher, gesünder, selbst-bewusster machen kann. Es wird bei Springer als Print- und E-Book erscheinen – und es wird als Extra auch gesprochene Anleitungen zum Download geben. Bis es soweit ist, habe ich noch einiges zu tun, darunter viel Neues und Aufregendes. Die Geburt eines Buches zu erleben, ist fast wie eine echte Geburt: Ein langer Prozess der Entwicklung, eine Zeit, in der nichts anderes Thema ist, auch Ängste, ob alles gut geht bei und nach der Entbindung. Die Zeit danach ist dann hoffentlich von Erleichterung und Freude gekrönt. Ich melde mich in Bälde wieder bei Euch und wünsche Euch solange einen genießerischen Sommer. Eure Birgit

Schreibt!

Manchmal ist es wichtiger zu leben, als zu bloggen

Und deshalb ist hier auch gerade Sendepause. Ihr versteht das sicherlich😉

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Alles wird gut

Worte wirken. Das erzähle ich hier in regelmäßigen Abständen. Im Augenblick sind es Sätze, die wirken. Das kennt Ihr vielleicht auch: Irgendjemand sagt lapidar ein paar Worte und in Eurem Kopf macht es hörbar: „Klick“. Ihr wisst in diesem Moment: „Da hat jemand genau das Richtige gesagt.“ Oder Ihr denkt: „Das ist die Lösung – dass ich da vorher nicht drauf gekommen bin.“

Leider kann man diese Sätze nicht einfordern. Sie kommen uns zu Ohren oder sie kommen uns eben nicht zu Ohren. Es hilft, wenn ich offen für sie bin. „Neugierig und offen“ – ist selbst so eine wichtige Phrase und zugleich eine magische Haltung  für alle Lebenslagen. „Wie ich wohl diesmal wieder mit dieser gruseligen Krise umgehen werde?“, kann ich mich immer fragen und mich gleich ein bisschen besser fühlen. Dabei  begebe ich mich nämlich in eine Beoachterposition und stecke nicht mehr so tief im Gefühlsdickicht fest.

Im Moment frage ich mich manchmal, „Wie ich wohl diesmal die Deadline für mein Buch schaffe, ohne Nächte durchzumachen und mich verrückt zu machen?“ Ich kann Euch beruhigen: Noch ist alles im Lot. Mir geht es gut. Dank dieser magischen Sätze, die manche Leute einfach mal so vom Stapel lassen oder aufschreiben und die bei mir ins Schwarze treffen.

„Wer schnell sein will, muss langsam gehen“, ein Buchtitel, erinnert mich etwa daran, dass Aktionismus meist ins Leere führt – bei meinem Buch etwa zu vielen vollen Seiten ohne brauchbaren Gedanken. Wochenlang war „Masse statt Klasse“ ein guter Tipp – in meinen Freewritings fand ich viele Gedankenperlen, aber nun geht es ums Ernten, ums Verdichten, ums Aussortieren, ums Fertig werden. Da schalte ich vor dem Schreiben einen Gang herunter und überlege, was ich genau für den nächsten Abschnitt benötige.

An dieser Stelle bitte ich auch wieder einmal alle Freundinnen und Bekannten um Nachsicht, wenn ich zur Zeit noch weniger verfügbar bin als sonst. Ich vergesse keinen von Euch und behalte Euch und Eure Sätze immer wie Schätze in meinem Herzen.

„Alles wird gut“, sagte eine von Euch neulich zum Beispiel. Danke, das tat gut. Leider fragt mein Sohn manchmal etwas altklug nach: „Wieso wird alles gut? Woher weißt Du das?“ Ich hatte keine gute Antwort parat. Wenn eine von Euch also einen Satz herumliegen hat, der passt, bitte gerne schicken …

Eure Birgit

 

 

 

lesebucc88hne_26-5-2016

Gehört werden

Zum Gehört werden, gehören zwei. Einer muss für eine Weile stille sein, dem Gegenüber die Bühne überlassen und mitschwingen, gelegentlich mmmh, ooooh, oder aaaah machen, und nicht nur körperlich, sondern auch mit den Gedanken anwesend sein. Wie schwierig das sein kann, kennen wir alle, etwa wenn die 88jährige  Großtante zum zigsten Mal die Anekdoten aus der alten Heimat erzählt.

Reden ist Silber, Schweigen ist Gold, heißt es. Trotzdem reden wir meist lieber selbst und das Zuhören überlassen wir anderen. Wir posten, twittern, liken, bloggen, outen uns.

Während wir das tun, können wir nicht nur nicht zuhören, sondern unsere Aufmerksamkeitsspanne verringert sich, meinen Autoren wie der Psychiater Manfred Spitzer. Zuhören über einen angemessenen, längeren Zeitraum wird also noch schwieriger.

Der Schweizer Arzt Paul Tournier, der die Arzt-Patienten-Beziehung heilen wollte, sagte: „Wir unterschätzen immer noch das enorme menschliche Bedürfnis, wirklich gehört, ernst genommen und verstanden zu werden.“

„Zeugnis ablegen“ ist ein Konzept aus meiner Doktorarbeit. Als ich dafür Gespräche mit traumatisierten Menschen führte, habe ich zum ersten Mal verstanden habe, wie wichtig ein offenes Ohr ist und ehrliches Interesse. Aus Gesprächen werden dann wirkliche Begegnungen.

Wer Zeugnis ablegen will braucht jemanden, der ihm zuhört. Nur dann kommt das Zeugnis an, wird es weiter getragen, ist die Mission erfüllt.

Autoren, Journalisten, Schreibende jeder Couleur leben vom Publikum. Und auch, wenn wir nicht für die Öffentlichkeit, sondern nur für uns selbst schreiben, brauchen wir ein Gegenüber, ein inneres, wohlwollendes, damit überhaupt ein Text auf Papier kommt. Eine Schreibkurs-Teilnehmerin erzählte mir, dass sie immer einen realen Freund im Kopf hat, wenn sie schreibt. Nur dann kann sie ihren inneren Zensor im Zaume halten.

Texte sind Dialoge, weil sie an jemanden gerichtet sind. Sie können sogar  Polyloge sein, das bedeutet vielstimmig. Hilarion Petzold, Vordenker der Integrativen Therapie, bezeichnet seine Vorträge und Aufsätze gern als Polyloge, weil er sich auf so viele Vordenker bezieht und von ihnen gelernt hat. Er braucht sie für seine Ideen. Seine Texte brauchen viele Autoren, dann haben sie viele Zuhörer.

All diese Überlegungen bringen mich dazu, das Zuhören heute hier zu würdigen.

Ein Ort, an dem wir die wohltuende Wirkung des Gehört werdens regelmäßig erleben, sind Schreibgruppen. Wenn wir unsere Texte lesen, die Resonanz der anderen hören und spüren, wissen wir: Hier ist etwas Wertvolles passiert. Wir sind uns über die Texte begegnet.

Wer Lust hat, mal wieder das Zuhören zu üben, kann das gleich morgen ab 19 Uhr in der Kulturküche in Bremen tun. Meine Kollegin Anke Fischer  veranstaltet dort eine Lesung zum Thema „unterwegs – in der Welt“.

 

 

 

 

 

 

2013-09-06 16.06.56

Ein Hoch auf einen Lebejüngling oder: Das Memoir ist in Deutschland angekommen

„Memoir“, was soll das sein? Selbst bildungsaffine Menschen, die mich und meine Arbeit gut kennen, fragen mich noch manchmal, was sich hinter dem ungewöhnlichen Begriff verbirgt: „Meinst Du damit vielleicht Memoiren – so wie von Marlene Dietrich oder Charles de Gaulle?“
Nein, ich meine nicht die Autobiografien berühmter Leute. Ich meine damit das äußerst erfolgreiche literarische Genre „Memoir“, das dem Roman in den USA bereits den Rang abgelaufen hat. Nicht gestern, sondern schon seit 15 Jahren dauert der Erfolgszug an und hört nicht auf.

„Über den Entwicklungsroman ins Nichts“ schrieb Thomas Hüetlin nun in „Der Spiegel“ (10/2016) eine Kritik, in der endlich einmal das korrekte Genre „Memoir“ vorkommt. Hüetlin kennt sich mit amerikanischer Literatur aus, er kann das Kind beim Namen nennen.

Andere tun sich da schwerer, vor allem deutsche Verlage, die Memoirs partout nicht so nennen. Statt dessen heißen sie hierzulande etwa autobiografischer Roman oder Roman, der auf wahren Begebenheiten beruht. Dabei sind Memoirs keine Fiktionen, sondern moderne Autobiografien, die mit literarischen Mitteln geschrieben werden. Und sie sind weltbekannt, dank so unterschiedlichen Autoren wie Pulitzer-Preisträgerin Harper Lee („Wer die Nachtigall stört“), Elizabeth Gilbert („Eat, Pray, Love“) oder auch Frank McCourt („Die Asche meiner Mutter“).

Neben den Autoren haben die Psychologen das Memoir entdeckt. Für sie ist es nichts weniger als ein Königsweg zu einem befreiteren Leben. Linda Joy Myers ist Familientherapeutin, Gründerin der National Association of Memoir Writer’s und hat ein preisgekröntes Memoir geschrieben. Vor allem aber ermutigt sie ihre Klienten, ihr Leben um und neu zu schreiben.

Das funktioniert, denn in der Konfrontation mit dem jüngeren Ich lässt sich vieles neu bewerten, wenn auch nicht verändern. Die Herausforderung, die eigene Geschichte auch für andere nachvollziehbar und lesenswert zu machen, lenkt den Blick auf all die Widrigkeiten, die man überwunden hat und auf die Tatsache, dass man so viele Probleme bereits gemeistert hat. Ja, und so ist man heute zu der oder dem geworden, der man nun mal ist. Diese Erkenntnis kann erleichtern und stolz machen. Die Zukunft lässt sich mit so einer Haltung auf jeden Fall leichter gestalten.

Wozu also Fiktion, wenn das Leben so spannend ist? Das ist eine der Erklärungen, die für den Aufstieg des Memoirs in den USA verantwortlich ist. Oder die folgende, die von Benjamin von Stuckrad-Barre stammt, Autor, Lebejüngling, gehypter Texter – er schrieb etwa für Harald Schmidt und seine Show: „Ich lese ungern Fiktion, das interessiert mich irgendwie nie. Deshalb habe ich relativ früh angefangen zu beschreiben, was mit mir ist. Mich selbst als Abräumhalde zu benutzen. Relativ 1:1“.

Benjamin Stuckrad-Barre ist zugegeben ein Extremfall, ein Narzisst, ein überlebender Hochbegabter, dem die protestantischen Ökoeltern den Spaß am Leben mit ihren strengen Wertvorstellungen austrieben. Den Spaß hat sich der Junge, der jetzt 41 ist, in der Welt der Drogen, der Schönen, der Berühmten verschafft, in der er nach Nahrung suchte und nicht fand. Drogen und Bulimie sind Stationen von Stuckrad-Barres Abstieg, der kurz vor dem Ende gestoppt wurde. Vielleicht dadurch, dass Stuckrad-Barre sein Memoir in L.A., in einer Dauerschreibsitzung schrieb.

Am Beispiel Barres wird deutlich, was ein Memoir kann. Es scheint dem verzagten Stuckrat-Barre ein Stück Leben geschenkt zu haben: „Mich gab es gar nicht mehr, da war alles Buch“, sagt er etwa und Hüetlin folgert: „In L. A.., dieser Welt der Künstlichkeit und der Fälschungen, findet er im Schreiben, in der Kunst Klarheit und Versöhnung mit sich selbst“ (Hüetlin, S. 120).

Das kann man Stuckrad-Barre nur wünschen. Dies Memoir eines Narzissten mag nicht jedem gefallen, aber die Tatsache, dass es ein Genre salonfähig macht, ist ein Erfolg für alle, die im deutschsprachigen Raum ihre Memoirs schreiben und daran wachsen.

PS: Wer Lust hat, selbst Geschichten aus seinem Leben aufzuschreiben oder gar ein Memoir beginnen möchte, kann seine wohltuende Wirkung auf das eigene Lebensgefühl vom 9. bis 11.9.2016 auf Wangerooge testen. Dort startet im siebten Jahr ein dreitägiger Workshop zum entwicklungsfördernden Schreiben. Schwerpunkt diesmal: Schlüsselszenen des eigenen Lebens und Schritte in die Zukunft.

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Weil ich es mir wert bin …

Gestern beim eisgekühlten Hugo im Straßencafé führte ich mit meiner Freundin M. eines jener Gespräche, die sich im Kopf fortsetzen, wenn wir längst bezahlt und das Etablissement verlassen haben. Es ging um nichts Weniger als die Werte, die unser Leben bestimmen.

„Weil ich es mir wert bin … “ ist ein geflügelter Satz geworden. Doch wissen wir eigentlich, was wir uns wert sind? Und wissen wir, was uns etwas wert ist? M. hat es beim Schreiben herausgefunden – oder, sagen wir, sie hat es sich wieder bewusst gemacht. Entdeckt hat sie ihre zentralen Werte schon als kleines Kind – ohne sie damals in der gleichen Weise wie heute in Worte fassen zu können.

In meinen Kursen spiele ich mit den Teilnehmern manchmal dieses Spiel: Mithilfe von Spielgeld kann man sich bei einer Auktion die Werte ersteigern, die für einen am wichtigsten sind. Dabei wird oft klar, was einem wirklich etwas bedeutet. Und dafür wird schon mal das gesamte Spielgeld ausgegeben. Einer meiner Lieblingswerte ist beispielsweise Seelenruhe – um sie zu erlangen, braucht es eine Reihe anderer Werte wie Liebe, Reife, Geduld, die ich dann nicht extra kaufen muss (Ihr seht: ich bin beim dem Spiel ein echter Profi).

Wenn wir unsere Werte so klar vor Augen haben – und auf einem Zettel in der Hand – können sie uns eine echte Leitlinie sein. Aber auch unterschwellig wirken unsere Überzeugungen. Das ungute Gefühl bei einer Entscheidung kann etwa darauf hinweisen, dass wir eine unserer Überzeugungen verletzt haben.

Darum stelle ich Euch und mir heute diese Frage: Was ist Euch wirklich wichtig? Welche Werte und Überzeugungen sind für Euch und Euer Leben unverzichtbar? Wer dazu ausführlicher arbeiten möchte, kann zum Beispiel die Übungen in Ulrike Scheuermanns Buch „Wenn morgen mein letzter Tag wär'“ ausprobieren (Knaur-Verlag) .

Eine Werte-Liste findet Ihr demnächst auch auf meiner Homepage (www.schreibercoaching.de/termine). Dort könnt Ihr Euch jene Begriffe und Konzepte aussuchen, für die Ihr am meisten Spielgeld bieten würdet. Im zweiten Schritt könnt Ihr Euch dann für drei Werte entscheiden, die Ihr für unentbehrlich haltet.

Nun könnt Ihr in einem Freewriting – je fünf Minuten – erforschen, wie Euch diese Werte in der Vergangenheit geholfen haben. Als nächstes ist mein Vorschlag: Beobachtet dann in der nächsten Woche doch mal, wann und wie Eure zentralen Überzeugungen gefragt sind. Ich bin schon sehr gespannt auf meine eigenen Antworten – und höre gern von Euren, „weil wir es uns wert sind“.