Archiv der Kategorie: Beruf und Schreiben

Studienfeuer entfachen – Wer macht mit?

„Der erste Online-Kongress für Studierende –

Denk‘ einmal an Dich und Dein Studium. Wie würdest Du das beschreiben? Brennt Dein Studienfeuer? Knistert es zumindest ein bisschen? Oder ist da doch eher Eiszeit?“,

das fragt Dr. Andrea Klein, Beraterin, Autorin und Gründerin des ersten Online-Kongresses für Studierende auf ihrer neuen Plattform http://www.studienfeuer.de (siehe Foto)

 

Vom 22. Februar bis zum 1.  März 2019 findet Ihr dort Informationen für mehr Erfolg und Lust am Studium. Wer sich kostenlos registriert, bekommt täglich einen Link zu einem Experten-Video und die Chance, das Studienfeuer neu zu entfachen: MEHR

Viertelstunden-Schreiben

Keine Zeit – hält Euch dieser Gedanke auch oft vom Schreiben ab – obwohl der kleine Eintrag ins Journal doch stets so gut tut?
Damit es Euch (und mir) leichter fällt, die Tage mit ein paar heilsamen Zeilen zu beginnen, gibt es ab jetzt in diesem Blog jede Woche kleine Anregungen für das Viertelstunden-Schreiben. MEHR

 

 

Dreck zu Gold machen

Wenn die Temperaturen steigen, wachen auch unsere fünf bis sieben Sinne auf. Wir nehmen die Welt mit anderen Augen wahr: die Winterdepression wird beim Frühjahrsputz einfach mit weggewischt und Ideen sprießen wie die Osterglocken vor dem Fenster.

Zeit für eine Schreibeinladung, mit der wir diese besonderen Momente im Jahr – Momente, in denen wir uns transformieren – festhalten können.  Darum erinnere ich heute an die Technik der Momentaufnahmen. Das ist eine der 18 Methoden, die Schreibtherapeutin Kathleen Adams in ihr großartiges „Journal to the Self“-Konzept aufgenommen hat.

In den nächsten Wochen werde ich immer mal wieder die ein oder andere Methode vorstellen, mit denen Ihr Eurer Tagebuch aufpeppen könnt und vielleicht wieder mehr Spaß am täglichen Schreiben findet. Zunächst aber … MEHR

 

Das Spiel des Lebens hat zwei „Happy End“

Es gibt dieses Spiel, das „Spiel des Lebens“ heißt. Es ist ein Brettspiel, bei dem die Mitspieler mit ihren Autos durch ihre Biografien fahren. Je nachdem, ob ein Mann oder eine Frau spielt, sitzt in diesem Auto eine rosa oder eine hellblaue Figur am Steuer. Und je nach Kinderzahl sitzen entsprechend viele geschlechtertypisch gefärbte MitfahrerInnen auf der Rückbank.

Mein Sohn hat das Spiel zu seinem 9. Geburtstag bekommen. Auch ich habe es in diesem Alter gespielt, so wie die meisten Menschen, die ich kenne. Ich wünschte, ich hätte damals besser aufgepasst.

Das Spiel hätte mir eine Warnung sein können … Hier lest Ihr weiter

Zu Gast bei Andrea Klein

Wie das autobiografische und kreative Schreiben in der Wissenschaft und im Studium nützen kann, dazu schreibe ich heute im Blog von Dr. Andrea Klein „Wissenschaftlich Arbeiten lehren“.

Als Andrea Klein mich um den Beitrag bat, wusste ich zunächst gar keine Antwort. Zu offensichtlich erschien mir, dass Studieren und wissenschaftlich Arbeiten ohne den Spielraum des privaten Schreibens schwer gelingen kann. Die Tür zu den vielen Spielräumen des Schreibens – den Flucht-, Möglichkeits-, Kraft-, Traum- und Welträumen – öffne ich in meinem Schreibratgeber „Schreiben zur Selbsthilfe“.

Schließlich kam ich doch auf differenziertere Antworten für Andrea Klein, und die könnt Ihr heute hier lesen.

Zu meiner Gastgeberin: Dr. Klein lehrt wissenschaftliches Arbeiten an der Internationalen Berufsakademie F+U Unternehmensgruppe, an Fachhochschulen und Universitäten. Sie hat ein didaktisches Konzept entwickelt, in dem die individuelle Motivation der Studierenden als zentrale Entwicklungsquelle genutzt wird. In ihrem aktuellen Buch „Wissenschaftliche Arbeiten schreiben“ gibt Klein Anleitungen und über 100 Software-Tipps.

Nur keine Eile

Erinnert Ihr Euch an das Faultier „Flash“ aus dem Trickfilm „Zoomania“? Und an die kleine Polizei-Häsin Judy Hopps, die laut einer Rezension „das Gute will und Chaos stiftet“. Gut. (Wenn nicht –>Link klicken und Trailer schauen). Gerade eben bin ich diese Judy Hopps, die just am Faultier „Flash“ – getarnt als Angestellte eines Bäckereifachgeschäftes – verzweifelt ist.

Und nicht nur ich, die Leidensgenossen, in der von einem auf zwei, auf drei und dann auf zehn Menschen anwachsenden Schlange, scharrten je nach Charakter ungeduldig mit den Füßen, klirrten bemüht unauffällig mit Fahrradschlüsseln, betrachteten vielsagend die Raumdecke oder verdrehten ganz unverblümt die Augen.

„Flash“, mit blondem Zopf und schickem Schirmmützchen, hatte im Schneckentempo den Kaffee in einen Becher gefüllt, wie in Zeitlupe das Croissant in eine Tüte befördert und betätigte nun in Seelenruhe einen Knopf, so dass sich die Kasse öffnete, in die sie dann – laaangsaaam – hineingriff, um noch laaangsaamer eine Münze herauszunehmen, die sie dann am allerlaangsamsten der Frau vor mir in die Hand legte. Die sagte grimmig „Danke“ und rannte buchstäblich aus dem Geschäft zur Straßenbahn. „Flash“, derweil, lächelte allerliebst.

Gründe fürs Schreiben? Brauche ich nicht zu suchen. Seht Ihr ja. Die Gründe drängen sich auf. An manchen Tagen ist es schwer, etwas anderes zutun, als zu schreiben, weil so viele Erlebnisse abgelegt, geordnet, und in Karl-Valentin-Manier verarbeitet werden wollen. Valentin wusste: „Jedes Ding hat drei Seiten, eine positive, eine negative und eine komische.“

Und wenn mal nichts passiert, gibt es meine kostbare Sammlung von „Sprungbrett-Fragen und -Satzanfängen“, die zum Eintauchen ins Schreiben anregen. Etwa dieser Beginn: „Wenn ich ganz ehrlich wäre, würde ich sagen …“. Ich liebe dieses Sprungbrett. Es fordert dazu auf,  die Hüllen fallen zu lassen. Heute darf ich mich also zu Ungeduld, Anstrengung, aber auch zu Liebe und meinen Zielen für den Tag bekennen. Um ihnen offen und neugierig nachzuspüren. Gespannt, wohin sie führen. Auf jeden Fall zu mehr Ehrlichkeit und Selbstkenntnis.

Auch für abends gibt es Fragen, die das Leben mit mir selbst spannend machen. Weil ich immer etwas Neues entdecke. Eine von drei Fragen für die Zeit vor dem Schlafengehen lote ich hier mal schon morgens aus: Wer war heute mein Lehrer, meine Lehrerin?

Sollte womöglich diese blonde „Flash“/Verkäuferin mir etwas zu sagen haben? Es drängen sich auf: Eile mit Weile; was lange wärt, wird endlich gut (was für den Kaffee, den sie mir verkauft hat, im übrigen stimmt).

Sie erinnert mich auch an mein Zeitmanagement-Seminar mit dem Titel: Wer schnell sein will, muss langsam gehen. An den Satz glaube ich – wenn ich nicht gerade zu einem Termin muss und noch kein Frühstück hatte.

Erinnerungen daran, dass der Satz stimmt, gab es für mich in letzter Zeit viele: Habe ich mir doch erst vor acht Wochen einen Bänderriss zugezogen, als ich in höchster Eile die regennassen Stufen vor unserem Haus hinunterstürzte. Wie einige Monate zuvor übrigens an gleicher Stelle meine Freundin M.. Also bitte Vorsicht, wenn Ihr mich demnächst mal schnell besuchen wollt.

So jetzt wird es aber doch Zeit, mit dem Tagwerk zu starten. Nach diesem heilsamen Umweg über meinen Blog, fällt es mir leichter. Und der blonden Verkäuferin alias „Flash“ danke ich für Ihre Lektion an mich und dafür, dass sie trotz der ungeduldigen Kundenmeute besonnen und freundlich geblieben ist – und den Kaffee nicht verschüttet hat.

„Montagshund“ oder: „Die Qualität der Gedanken“

Ein passender Titel für diesen Blogtext wäre auch: Routinen sind dazu da, gebrochen zu werden.  Ihr ahnt es schon: Irgendetwas ist nicht rund gelaufen, und die Schreiberin versucht sich wieder einmal in Schadensbegrenzung.

Wobei: Geplant war, dass ich mich in diesem Blog mit dem Thema Grenzen beschäftige. Was sind gute Grenzen, was sind notwendige Grenzen, wann schaffen Grenzen ein Gefängnis  – und können sie womöglich auch Freiheit bedeuten? Diese Fragen lassen sich innerpsychisch bis territorial und international betrachten – und das tue ich jetzt – rebellisch wie ich bin – im Hintergrund, während ich Euch über meine aktuellen Herausforderungen erzähle.

Meine Familien- und Arbeitsroutinen sind gerade in Auflösung begriffen; das bedeutet: viele Grenzen, die mir üblicherweise Struktur geben, sind gefallen.

Zum Beispiel morgens: Normalerweise obliegt das morgendliche Kinder-in-die Schule-Schicken meinem Mann, aber der ist weit, weit weg, auf Recherche. Meine lebensnotwendigen Morgenseiten fallen im Augenblick weg, dafür eile ich nach der Kinder-Verabschiedung mit unserem Hund zum See. Das geht entweder mit der S-Bahn, mit dem Leihauto (aufs Rad, Auto von Leihstation holen, Hundekiste rein, Hund rein, Frau rein, los) oder mit dem Fahrrad und Anhänger (Anhänger an Fahrrad, Hund in Anhänger, Frau auf Rad  … ). Letzteres ist Schwerstarbeit für mich, da Hund und Anhänger zusammen sicher mehr als 40 Kilo wiegen.

Normalerweise arbeite ich morgens auch am besten. Aber nach der Hunderunde muss Hundi erstmal gereinigt (Schlauch an, Hund in Schüssel, gut schrubben, gut abtrocknen …) und gefüttert werden, dann falle ich hundemüde in den Sessel. Wenn mein Körper sich wieder rühren mag, ist mein Kopf noch im Leerlauf, der Magen knurrt und ich muss dringend frühstücken.

Ich weiß, das kann Frau auch nebenbei erledigen, habe ich die letzten Tage auch versucht: In der S-Bahn gab’s Coffee to go und Brötchen, dito im Auto, nur heute habe ich dafür Magengrimmen.

Normalerweise gehe ich zweimal die Woche morgens zum Sport, damit mein Rücken die Schreibtischtage einigermaßen wegsteckt. Abends bin ich zu Aktivitäten meist zu k.o. und die Abendroutine – Abendbrot, Zähneputzen überwachen, Sohn ins-Bett-Bringen, obliegt ohnehin traditionell mir.

Doch auch beim Thema Sport hat Hundi einen Strich durch die Routine gemacht:  Hundi bekommt ihre neuen Zähne und nagt daher alles an, was nicht wegläuft. Also auch Treppenstufen, Stuhlbeine, Schuhe, Tischtennisschläger (meines Sohnes), Flip Flops (meiner Tochter), und zuletzt eben auch ihre eigene Schlafbox.

Die Theorie meiner Freundin M., dass mein Hund wegen seiner Labrador-Gene ein Allesfresser bleiben wird, verkrafte ich nicht und muss sie hiermit vehement zurückweisen. Jetzt lässt sich auf jeden Fall die Hundebox nicht mehr verschließen, so dass Hundi nicht mehr gefahrlos allein zu Hause bleiben kann, wenn ich mal eine Stunde sportlich sein will.

Fazit: Geliebte Routinen sind hinfällig, notwendige Begrenzungen nicht mehr existent und wichtige Entfaltungsräume futsch: Meine Schreibzeiten und mein Sport. Und damit auch: Meine gute Laune.

Meine Freundin G. hat mir gegen meinen Frust ein Rezept verraten. Sie rät: „Wenn das Leben nicht gut läuft, verbessere die Qualität Deiner Gedanken.“

Mein erster Gedanke nach dieser Äußerung: „So ein Quatsch.“

Doch in Ermangelung einer Alternative habe ich dann die Qualität meiner Gedanken mühevoll angehoben. Statt: Blödes Hundi und verflixter Tag denke ich nun: „Wenn alte Grenzen fallen, sind neue Perspektiven und Routinen nötig.“

Also habe ich mir für heute und morgen ein Auto gemietet (ein Luxus, zugegeben), in dem ich Hundi lasse, wenn ich gleich eine Stunde Sport treibe. Das Auto wird auch morgen früh vor der Tür stehen und ich freue mich darauf, wohlgemut an den See zu fahren, vielleicht selbst eine Runde zu schwimmen und mich am Toben meines Hundes zu freuen, bevor ich dann mit Hundi im Café sitze, meine Morgenseiten schreibe und meine gute Laune pflege.

Darüber hinaus tröstet mich folgender qualitativ hochwertiger Gedanke:

„Es hätte schlimmer kommen können“.  So wie neulich am Sonntag, als Hundi in unbeobachteten zehn Minuten die Betonsäcke angenagt hat, die wir vorübergehend im Flur gelagert hatten. In der mit Notfällen gefüllten Tierklinik hörte ich mich dann eine Viertelstunde später diesen tragikomischen Satz sagen:

„Wissen Sie vielleicht wie schnell Beton im Bauch eines Hundes hart wird?“

Der Blick der Arzthelferin verriet, dass sie sich zeitgleich mit mir dicke scharfkantige Mauerteile im weichen Gedärm meines Hundes vorstellte …  Und zwei Minuten später waren wir im Sprechzimmer.

Eine Stunde später standen wir wieder am Eingangstresen und die Arzthelferin und ich lächelten uns entspannt an: Der Magen von Hundi war wieder schön leer.

Womit auch gesagt wäre, wie es zum Titel dieses Blogs kommt: „Montagshund“ (den ich trotz allem fast so lieb habe wie Kinder und Mann). A propos Mann: Mitte nächster Woche ist dieser wieder im Lande und die alten Routinen greifen wieder … Und das ist nun wirklich der qualitativ beste Gedanke dieses Morgens.

Vielleicht nehmt Ihr meine Erfahrung als Schreibanregung, nur fünf Minuten, gleich als nächstes: Wo und wie könntet Ihr die Qualität Eurer Gedanken verbessern – und  Euch neue Freiheiten und bessere Laune verschaffen?