Archiv der Kategorie: Krisen

Produktive Grenzen

Gerade las ich einen Blog-Beitrag meiner lieben Coaching-Kollegin Daniela Reiter und war selig: Danke, Daniela! Danke für Deine Zeilen, in denen Du mir bestätigst, dass ich nicht die einzige bin, die von den vielen modernen Kommunikationskanälen gelegentlich überfordert ist.

Email, Whatsapp, SMS, Telefon, Zoom.us-Meetings, Skype-Verabredungen. Allein das Tippen der Aufzählung dauert schon 30 Sekunden, wie viel länger dauert es dann, alle Kanäle im Blick zu behalten und zu bedienen? MEHR

 

Endlich wieder Regen, Nebel, Glücklich-sein

Mag sein, dass ich da etwas komisch bin. Während die Menschen um mich her klagen, dass ihnen der Bremer Sommer zu kurz war („…. und viel zu kalt, und eigentlich war das ja mal wieder gar nix“) und andere sich beim Herbsturlaub im Süden noch einmal für die dunkle Jahreszeit wärmen („Sonne, Licht, sonst werde ich im November depressiv“), kuschele ich mich in meinen Sessel, mache die Kerzen vor dem Fenster an – und bin glücklich.

„Im Sommer sind alle immer so rastlos“, sagte vorgestern die Frau vom Secondhandladen. „Ich mag die Menschen gelassener lieber“. Das fand ich sehr weise.
Und außerdem sprach sie an, was ich mir vom restlichen Oktober und November erhoffe. Nämlich: selbst etwas gelassener zu werden, etwas langsamer, mich mehr zu besinnen und einzukehren – in gemütlichen Gaststuben ebenso wie in meinem Wohnzimmer und vor allem bei mir selbst.

Kurz: Ich freue mich auf mehr Quality Time für mich. Und die finde ich vor allem beim  Schreiben. So wie jetzt in diesem Blog. Oder beim Date mit mir selbst am Morgen, wenn ich aufschreibe, was ich mir von diesem Tag erhoffe.

Im Schreibtreff mit Gleichgesinnten finde ich dann endlich die Muße, mein Memoir weiter zu überarbeiten. Im Workshop zu meinem Schreibratgeber, nehmen wir uns endlich wieder Zeit, in die eigenen Geschichten einzutauchen – und sie in Seelenstärkung zu verwandeln.

Und plötzlich, so meine berechtigte Hoffnung, finde ich zurück auf meine Spur , die ich in der Sommer-Hektik nur noch aus dem Augenwinkel wahrnehmen konnte. Sie wird bald wieder ein breiter Pfad werden, auf dem es sich – in Regenmantel und Stiefeln – prima durch den Herbst stapfen lässt.

Und mit Glück bleiben dabei auch ein paar sichtbare Spuren zurück …

Ich lade Euch herzlich ein, mit mir schreibend Einkehr zu halten (mehr):

Am 29.10.17 beim „Stärkenden Schreiben über die Vergangenheit“, dem Kurs zum Buch, im Zentrum für Bindungsenergetik, Fedelhören 106, 28203 Bremen; 10 bis 14 Uhr;
Am 11.11. zum monatlichen freien Schreibtreff in der Stadtbibliothek, 10 bis 13 Uhr;
Am 29.11. zum monatlichen Schreibsalon in der Bgm.-Schoene-Str. 12, 28213 Bremen, 18.30 bis 21.30 Uhr.

Oder auf Wangerooge:
Vom 5. bis 7.1.2018, um Eure Wünsche in Worte und Visionen in machbare Ziele zu verwandeln. Atemberaubender Meerblick, Sand, Wind und Wellen inklusive.
Vom 9. bis 11.3.18 zum Schreiben für die Seele – ebenfalls auf W’ooge und mit Panorama-Aussicht auf die Nordsee.

Flügge, flügger, am flüggsten

„Mama, ich finde schon selbst einen Platz“, versicherte mir gestern meine Tochter – leicht genervt von ihrer peinlichen Mutter, um dann ohne Abschiedsküsschen im ICE 2031 nach Berlin zu verschwinden. Während ich dem Töchterlein vom Bahnsteig aus noch fürsorglich zuwinkte, war sie schon in der Welt ihres Smartphones versunken – Ohrhörer im Kopf, Blick aufs Display gerichtet.

Vor ein paar Minuten, die sich jetzt anfühlen wie Jahre, hatte sie noch meine Hand gesucht und war wie eine Sechsjährige neben mir den Bahnsteig entlang geeilt, den Rollkoffer hinter sich her schlingernd. Die Hand hatte sie mir entzogen, als ich versuchte, die Zugchefin dazu zu bringen, doch „bitte schön“ auf meine Zwölfjährige ein bisschen zu achten, deren Reservierung in diesem Ersatzzug nun doch nicht galt und die deswegen ohne den bereits bezahlten Sitzplatz dastand.

„Mein Kind reist zum ersten Mal allein, da können Sie doch mal einen Blick auf sie haben“, hörte ich mich sagen und spürte die Löwin in mir.

Diese Löwin, die ihre Kinder mit ihrem Leben zu schützen bereit ist, war erstmals erwacht, als es vor Jahren galt, den geeigneten Kindergarten für mein Mädchen zu finden. Damals weinte ich heimlich auf dem Klo in der Kita, weil mir die Erzieherinnen so furchtbar kalt und uninspiriert erschienen und ich mein Töchterlein um keinen Preis der Welt da lassen konnte.

Wir fanden dann zwei Wochen später den passenden Kindergarten und liebevolle Erzieherinnen, die zu Freundinnen wurden – ein Glücksfall, ein Wagnis. Viele andere Mütter gingen in Bremen im selben Herbst leer aus und mussten ihre berufliche Zukunft eine Weile verschieben.

Heute morgen weinte ich wieder, den Kopf an der Schulter meines Mannes. „Das ist aber lange her, dass Du ein T-Shirt nass geheult hast“, sagte er sanft. Ich schniefte: „Jetzt wird sie groß, jetzt geht sie, jetzt bricht eine neue Zeit an“. „Ja“, sagte er, „und das wolltest Du doch immer. Alles ist gut.“

Alles ist gut. Obwohl ich gestern Abend gar keine Whatsapp meiner Tochter aus dem Feriendomizil mehr erhalten habe. Dafür heute morgen eine knappe Anweisung: „Mach mir bitte einen Frisörtermin“. Jetzt wird sie erwachsen, das ist der Beweis, dachte ich. Schneiden nicht alle Frauen ihre Haare, wenn eine neue Etappe in ihrem Leben anbricht?

Bisher hatte ich mein Töchterlein fast mit Gewalt zum Spitzenschneiden überreden müssen, alle Ideen für  kürzere Frisuren waren an der Peer-Pressure zum Einheitslook abgeprallt: Lange Haare, Hochsteckfrisuren, Zöpfe und sonst nichts sind angesagt.

In Berlin besucht Töchterlein jetzt eine angesagte Freundin mit neuen coolen Regeln. Die zweite Whatsapp heute morgen: „Mama, nach dem sie mich vom Bahnhof abgeholt hat, mussten wir direkt ins Nagelstudio, weil ihr Fingernagel abgebrochen ist.“ Fassungslos starrte ich auf die Message und fragte mich, was sich nach der Rückkehr meiner Tochter außer der Frisur noch alles verändern wird.

Dann der Anruf, weit weniger enthusiastisch, als ich befürchtet und gewünscht hatte: „Ich vermisse Euch jetzt schon. Und, nein, Mama, keine neue Frisur, nur Spitzen schneiden“.

Ich soll sie in Berlin nicht abholen wie eigentlich geplant. Sie will alleine im Zug zurück kommen, damit es schneller geht und sie gleich Montag wieder mit ihrer Freundin K. spielen kann. Die hat sie mit zwei Jahren im besagten, glücklichen Kindergarten kennen gelernt. Töchterlein und K. wollen ein Baumhaus bauen. Ihre langen Haare werden sie dabei zu Zöpfen flechten und vielleicht wird der ein oder andere Finger nebst Fingernagel beim Hämmern etwas leiden.

Einen Besuch im Nagelstudio werde ich jedoch noch nicht vereinbaren müssen.

 

Ferien-Schreibanregung:

Wovon musstet Ihr Euch in letzter Zeit verabschieden? Was habt Ihr dabei gewonnen? 

Einen schönen Sommertag wünscht Euch

Eure Birgit

 

 

Was soll mir das sagen?

„Nichts ist für nichts“, behauptet meine Freundin R. aus W. gern. Da sie meistens recht hat, frage ich mich heute: Wozu war das nun wieder gut? Oder besser: Was soll die Deutsche Bahn mich lehren?

Vorweg: Ich bin Bahnfan – auf dem Weg zu Schreibfreundinnen in Wien verschafft sie mir stets zehn Stunden wundervolle, weil ungestörte, Schreib-, Schlaf- und Essenszeit (Reservierung vorausgesetzt). Auf dem Weg zur Arbeit garantiert sie eine gute Entschuldigung und verständnisvolles Nicken („Ach, die Bahn hatte wieder mal Verspätung“). Vor längeren Reisen mindert sie meine Nervosität (statistisch gesehen ist Zugfahren eine gefahrlose Sache).

Heute morgen ist meine Loyalität auf eine harte Probe gestellt worden. Obwohl ich unbedingt acht Stunden Schlaf benötige (Denken ohne Licht an im Kopf geht bei mir nicht), bin ich heute um halb fünf aufgestanden, um den Regionalzug nach Hamburg rechtzeitig und gelassen zu erreichen. Damit wollte ich gleich zwei Muster durchbrechen, und endlich einmal

  1. ganz entspannt ankommen, statt wie sonst rechtzeitig, aber voller Adrenalin.
  2. wirtschaftlich statt wie sonst meist: großzügig handeln (Regionalbahn dauert länger, ist aber billiger als IC).

Am Gleis – ich halte die billigere Fahrkarte in der Hand – die Versuchung: Der schnelle IC von vor einer Stunde hat eine irrwitzige Verspätung und fährt gerade ein: ich könnte im alten Muster bleiben, einsteigen, und teuer im Zug nachlösen. Dafür wäre ich früher in Hamburg, könnte den schweren Koffer noch bequem im Hotel abliefern und einem gesunden Rücken und meiner Seelenruhe näher kommen.

Mein Bauch ruft: Tu’s. Mein Kopf rät: Birgit, meine Liebe, Du wolltest doch wirtschaftlicher …“
Ich folge dem Kopf.

Ich steige brav in den Regionalzug, der schnelle IC gegenüber fährt ab, ich höre die Durchsage: „Wegen einer Lokstörung … fünf Minuten Verspätung.“

Toll, mein Puffer fürs Umsteigen am Hauptbahnhof verliert fünf Minuten.

Nach zehn Minuten, erneut der Zugchef: „Wir müssen Sie noch einmal ein paar Minuten vertrösten …“

Der Umsteige-Puffer ist ernsthaft angefressen.

Nach einer halben Stunde fliehen alle Passagiere – die vergeblich auf eine weitere Ansage warten – in den Zug am anderen Bahnsteig, der nun nach Hamburg fahren soll, allerdings dabei an jeder Milchkanne hält.

Wir sitzen gerade alle wieder, um zu hören: „Liebe Fahrgäste, der ursprüngliche Zug kann doch fahren, bitte steigen Sie wieder um …“

Alle Passagiere stürzen mit Koffern, Taschen, Stock und Schirm zurück in den Wagen, aus dem sie gerade geflohen sind.

Fünf Minuten später, der Zugchef: „Scheiße, ich habe die Nase voll, wir fahren doch nicht. Jetzt ist der Steuerwagen defekt“.

Mein Puffer zum Umsteigen in Hamburg ist schon längst nicht mehr existent.

Alle Passagiere stürzen WIEDER mit Koffern, Taschen, Stock und Schirm in den Zug am anderen Bahnsteig, der mittlerweile verspätet und noch dazu mit Halt an jedem Unterwegsbahnhof nach Hamburg schleicht.

Hier sitze ich nun und höre die Zugchefin: „Ihnen allen trotz der Verspätung eine entspannte Fahrt. Und ich denke: „Liebe R. , wofür war das nun gut?“ Denn auch heute werde ich wieder mit viel Adrenalin, verspanntem Rücken und darüberhinaus noch mit Schlafdefizit am Ziel ankommen.

Fehlt nur, dass meine Kollege*innen gleich denken, ich wäre zu spät aufgestanden oder hätte am falschen Ende gespart, wenn ich mich auf die einzige Konstante der Deutschen Bahn verlasse und sage: „Entschuldigung, der Zug hatte Verspätung“.

PS: A propos, was kann ich lernen? Das Memoir, das auf dem Weg nach Wien in den wunderbar ungestörten Bahnfahrzeiten entstanden ist, heißt: „Bauchgefühle“. Sollte mir das etwas sagen?

Und was kommt nun?

… so lautet der Titel meines aktuellen Artikels in Psychologie Heute über die weiblichen Babyboomer, also Frauen zwischen 55 und 65, die in den nächsten Jahren das Alter revolutionieren könnten. Ob sie es tatsächlich tun, wie vor allem amerikanische Soziologinnen vermuten, müssen wir natürlich abwarten.

In der Vergangenheit haben Babyboomer mit dafür gesorgt, dass sich die Geschlechterrollen verändern, Frauen in Führungsetagen kommen und Mutterschaft und Beruf sich nicht mehr ausschließen. Herausforderungen gibt es allerdings noch genug. Vor allem das Alter fordert Anpassungen und Veränderungen und bringt Verluste. Doch dafür sind viele Frauen gut gerüstet. Mehr dazu ab S. 28, in Psychologie Heute 6/17 …

Vorbilder dafür, wie auch die Jahre jenseits der 60 und 70 spannend, herausfordernd und glücklich sein können, durfte ich vor kurzem in Denver kennenlernen. Für meine Weiterbildung zum „Journal to the Self-Instructor“ (siehe vorherigen Blogbeitrag) war ich im „Loretto Spiritual Center“ einquartiert, einem katholisch geführten Tagungszentrum. Dessen zwölf Leiterinnen bilden eine „Sisterhood“, sie sind im Durchschnitt etwa 85 Jahre alt, und führen nicht nur das Zentrum, sondern verwalten auch die angrenzende Schule für schwer erziehbare Kinder.

Der lebendige Kontrast im „Loretto Center“ – hier die gottesfürchtigen Seniorinnen, dort die rebellischen Kids – passt zur Lebenshaltung der Schwestern, auch jetzt im höheren Alter: Zugewandt, lebensfroh, neugierig und an der Zukunft interessiert – und zwar nicht nur an der eigenen. Im nächsten Jahr wird das Zentrum aufgelöst, die Ordensschwestern über das ganze Land in neue Orden verteilt. Sie sehen diesem letzten großen Aufbruch wehmütig, aber auch mit Vorfreude entgegen, sagen sie.

Neugier und Bereitschaft zur Veränderung sind Ingredienzen für gesundes Altern, aber eben auch dafür, dass jemand für andere Menschen zugänglich bleibt, mitten im Leben steht und den Humor nicht verliert. Ich habe in den Ordensschwestern Vorbilder für das eigene Altern gefunden.

Unter anderem in einer Schwester, der ich vor dem köstlichen Kuchenbufett im Speisesaal beichtete: „Kuchen essen – ganz gemütlich mit einer leckeren Tasse Kaffee dazu – gehört zu meinen Lastern“.

„Laster?“, sie war entrüstet: „Im Gegenteil. Wir lieben gutes Essen hier. Und Kuchen, hmm, das ist ‚acquired passion’“.

Und das, liebe Schreiberinnen und Schreiber, wünsche ich uns für die nächsten Lebenjahre: Leidenschaft fürs Leben, egal wie alt wir sind. Selbst wenn wir sie uns manchmal erst erarbeiten müssen.

Noch eine Erinnerung: Morgen, 23.5., 18 Uhr, ist meine Lesung von „Schreiben zur Selbsthilfe – Worte finden – Glück erleben – gesund sein“ (Springer 2017), in der Stadtbibliothek Bremen. Ihr seid herzlich willkommen. Und hier ein Link zum Artikel, der heute dazu im Weserkurier erschienen ist: https://www.weser-kurier.de/bremen/stadtteile/stadtteile-bremen-mitte_artikel,-ich-bin-so-etwas-wie-eine-wortesammlerin-_arid,1602314.html#

 

 

„Es ist da“

An meinem Geburtstag erhielt ich die Ankündigung: Ihr Buch ist auf dem Weg zu Ihnen. „Wirklich? Tatsächlich? Endlich?“

Und tatsächlich: Es ist da!

Mein Ratgeber „Schreiben zur Selbsthilfe – Worte finden, Glück erleben, gesund sein“ (Springer 2017) ist gedruckt. Darin findet Ihr die Schlüssel für das Haus des heilsamen Schreibens und eine Führung durch seine vielen Möglichkeitsräume. Ich stelle sie vor, mit Übungen und Belegen aus der Forschung:  Trost-, Kraft-, Spiel-, Ruhe-, Entfaltungs-, Heil-, Traum- oder auch Welträume. Und Anleitungen fürs Memoir-Schreiben und für  die amerikanische Journal Therapy gibt es auch. Kurzum: Schreibräume für jede Lebenslage. Ihr habt die Wahl!

Was für ein Gefühl?!

Gute Frage – bei aller Freude, bei allem Stolz und bei allem Elan, mit dem ich nun nach der Geburt des Buchbabys in die Elternphase starte, bin ich auch bange: Ob es seinen Weg machen wird?
Ist das Cover nicht doch zu schlicht? Der Umfang angesichts all der Ideen nicht doch knapp? Hätte ich ihm noch mehr mitgeben können? Mehr Theorie? Oder weniger? Andere Übungen? Mehr Übungen? Weniger?

„Es findet sein Publikum“, sagt meine Lektorin. Zuversichtlich, unerschütterlich.

„Es ist toll verarbeitet, hochwertiges Papier, gut produziert“, sagt ein befreundeter Drucker.

„Größe und Dicke sind genau richtig; es lässt sich super mitnehmen“, findet eine Freundin.

„Ist es endlich da? Wir warten schon darauf“, sagt meine Geleitwort-Schreiberin Johanna Vedral vom „Writers Studio“ in Wien, überzeugt, liebevoll. Sie ist Patentante des Buches und die beste Begleiterin, die sich eine Autorin auf dem Weg zur Veröffentlichung vorstellen könnte.

„Ich kann es kaum erwarten“, sagt eine Korrekturleserin, die sich gleich zum Insel-Seminar anmeldet, weil das Buch sie überzeugt hat.

Und die Buchhändlerin, die für die Lesung am 23. Mai in der Stadtbibliothek Bücher liefern soll, gratuliert mir „aufs Allerherzlichste. Ist doch ein tolles Gefühl, oder?“

Doch das tolle Gefühl lässt noch auf sich warten.

Bis eine Teilnehmerin beim Schreibtreff sagt: „Das Buch ist genau wie Du: Ich fühle mich sicher geführt, inspiriert und kompetent unterstützt“. – Oh, wow.

Und H. aus N. schickt mir diese Mail:

„Liebe Birgit,
ich habe heute früh gleich eine der Anregungen aus Deinem neuen Buch „Schreiben zur Selbsthilfe“ aufgenommen. Und in Windeseile ein paar Wünsche formuliert. Außerdem mein angefangenes Foto-Text-Projekt erneut in Schwung gebracht.“

DANKE, jetzt ist das Gefühl da. Und das verdanke ich Euch allen, die mich zum Buch inspiriert haben. Was für ein Gefühl.

Die Lebenskünstlerin – Fortsetzung

Eine Künstlerin mit Jungfrau-Aszendent. Kann das gutgehen? Gerade zweifle ich wieder an der Alltagstauglichkeit dieser Kombination. Der Grund: Habe (Jungfrau sei dank) effizient gearbeitet, doch im Schaffens-Flow gleich zwei Geburtstage vergessen. Da hat mein Golden Book, in das ich alles, ALLES Wichtige eintrage, versagt (siehe letzter Blogeintrag). Es ist eben doch nur so zuverlässig wie mein Kopf.

Vernichtender Kommentar meiner Tochter: „Du bist aber eine schlechte Freundin, Mama.“

Das saß. Ich frage mich: Hat Sie Recht? Womöglich. Jedenfalls dann, wenn zeitnahes Gratulieren ein Kriterium für gute Freundschaft ist. Was soll ich sagen? Es gibt keine Entschuldigung. Außer: Mein Kopf hat definitiv Grenzen.

Körperliche Grenzen spüre ich leichter: Ein kleiner Dauerlauf genügt, damit ich aus der Puste komme und meine Beine, mein Herz, meine Lunge spüre. Aber meinem Kopf, meinem Denkorgan traue ich stets Höchstleistungen zu. Wie unrealistisch das ist, musste ich nun mal wieder feststellen.

Eine schlechte Freundin – das bin ich wahrscheinlich für all jene, für die Erinnerungsvermögen als Zeichen meiner Zuneigung wichtig ist. An meiner Treue zweifelt  zum Glück niemand – ich gehöre zu den Menschen, die niemanden, den sie ins Herz geschlossen haben, so leicht wieder loslassen. Und die Anliegen und Sorgen meiner Lieben beschäftigen mich oft noch, wenn sie selbst sie längst vergessen haben.

Vielleicht ein Fehler. Kann man zu viele Freundschaften pflegen, wie eine Freundin neulich vermutete? Pflegen ist das Stichwort – denn Pflegen kostet Zeit.

Womöglich sind meine Freundinnen ja viel pflegeleichter als ich denke. Meine Regeln, was eine gute Freundschaft ausmacht, stammen noch aus der Zeit meiner Oma und Uroma, die das mit den Terminen, mit dem Umsorgen und Pflegen sehr genau nahmen – aber eben nicht selbst voll berufstätig und schreiberisch interessiert waren.

Meine Freundinnen bleiben mir hoffentlich treu, auch wenn in Stoßzeiten wie vor Weihnachten die Prioritäten in mir durcheinander – oder vielleicht: in eine gesunde Ordnung ? – geraten. Das wirklich Wichtige ist ja meine Zuneigung und die bleibt ihnen – völlig losgelöst von Terminen und Geburtstagen.